Steilküste mit Grasoberkante über bewegtem Meer bei aufreißenden Wolken
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Schottlands Norden: Wick, Tongue, Durness und Ullapool

Weiße Strände, Klippen und einsame Berge entlang der North Coast 500: wie Sie den hohen Norden von Wick bis Ullapool bereisen und warum hier langsames Reisen belohnt wird.

Von der Redaktion Schottland in Bildern · Stand 27. Oktober 2026

Der Norden Schottlands ist das Gegenteil von hektisch. Zwischen Wick an der Nordsee und Ullapool am Atlantik liegen nur wenige größere Orte, dafür weiße Sandstrände, die an die Karibik erinnern würden, wäre das Wasser nicht so kalt, Steilküsten mit Seevögeln und Berge, die einzeln aus einer Landschaft aus Fels und Wasser aufragen. Die alte Fotoseite unter dieser Adresse folgte genau dieser Strecke: von Wick über Tongue und Durness bis Ullapool. Wir greifen die Route auf und ergänzen, was Reisende heute wissen sollten.

Die North Coast 500 in Kürze

Seit 2015 ist ein großer Teil des Nordens unter dem Namen North Coast 500 als Rundroute ausgeschildert. Sie beginnt in Inverness, führt an der Ostküste nach Norden bis John o’ Groats, folgt der Nordküste nach Westen bis Durness und kehrt über die Westküste mit Ullapool und Applecross zurück. Die Strecke misst gut 800 Kilometer. Ihre Beliebtheit hat den Norden bekannter gemacht, aber auch zu vollen Parkplätzen und Konflikten auf engen Straßen geführt. Reisen Sie deshalb rücksichtsvoll und eher langsamer, als es die Kilometerzahl nahelegt.

Ostküste: Wick, John o’ Groats und Dunnet Head

Die Ostküste von Caithness ist flacher und landwirtschaftlich geprägt. Wick war im 19. Jahrhundert ein bedeutender Hafen für den Heringsfang, das Stadtbild erzählt bis heute davon. Nördlich der Stadt stehen bei Noss Head auf den Klippen die Ruinen von Castle Sinclair Girnigoe, eine der dramatisch gelegenen Burgruinen des Nordens.

John o’ Groats gilt als nördlicher Endpunkt Großbritanniens, obwohl es das nicht ganz ist. Lohnender als der Ort selbst ist der kurze Weg zum Duncansby Head, wo vor der Küste die spitzen Felsnadeln der Duncansby Stacks aus dem Meer ragen. Im Frühsommer brüten an den Klippen zahlreiche Seevögel.

Der tatsächlich nördlichste Punkt des britischen Festlands ist Dunnet Head mit seinem Leuchtturm. Von dort blicken Sie über den Pentland Firth auf die Orkney-Inseln, die vom nahen Hafen Scrabster bei Thurso mit der Fähre erreichbar sind. Mehr dazu auf der Seite Orkney-Inseln.

Nordküste: Thurso, Tongue und Durness

Westlich von Thurso wird die Küste immer wilder. Die Straße führt durch eine weite Moor- und Heidelandschaft, die Flow Country, eines der größten zusammenhängenden Moorgebiete Europas. Immer wieder öffnen sich Buchten mit hellen Stränden, etwa bei Bettyhill oder Farr.

Tongue liegt an der Kyle of Tongue, einem flachen Meeresarm, der bei Ebbe weite Sandbänke freigibt. Über dem Ort steht die Ruine von Castle Varrich, zu der ein kurzer Weg hinaufführt. Im Hintergrund erhebt sich der Ben Loyal mit seinen markanten Gipfeln.

Durness ist der Ort in der äußersten Nordwestecke. Direkt an der Straße öffnet sich die Smoo Cave, eine große Höhle in den Kalksteinklippen, in die ein Bach als Wasserfall stürzt. Nur wenige Kilometer entfernt liegt die Balnakeil Bay mit einem langen Sandstrand und Dünen. Von einem Anleger in der Nähe fährt in der Saison eine kleine Fähre über den Kyle of Durness, von dort geht es per Kleinbus zum Leuchtturm am Cape Wrath, der nordwestlichen Spitze Großbritanniens. Ob die Verbindung fährt, hängt von Wetter und Gezeiten ab.

Westküste: Assynt, Stac Pollaidh und Ullapool

Südlich von Durness beginnt eine der eindrucksvollsten Landschaften Schottlands. In Assynt und dem angrenzenden Coigach stehen einzelne Berge wie Inseln in einer Ebene aus uraltem Gneis und unzähligen Seen. Geologisch gehört die Gegend zum North West Highlands Geopark. Der zuckerhutförmige Suilven und der zerklüftete Stac Pollaidh sind die bekanntesten Gipfel. Stac Pollaidh ist mit gut 600 Metern niedrig, aber steil, ein beliebter Weg führt vom Parkplatz an der Straße in einer Runde um den Berg und auf den Grat.

An der Küste liegen Strände wie Achmelvich mit weißem Sand und türkisfarbenem Wasser sowie die Brücke von Kylesku, die einen Meeresarm in elegantem Bogen überspannt.

Ullapool ist der größte Ort der Westküste und ein guter Standort für zwei, drei Nächte. Der Hafenort am Loch Broom hat weiße Häuser, Restaurants mit Fisch aus der Region und eine Fährverbindung nach Stornoway auf der Insel Lewis in den Äußeren Hebriden.

Weiter südlich folgen Wester Ross mit Gairloch und Torridon und schließlich der Pass Bealach na Bà nach Applecross, eine der steilsten Straßen Großbritanniens mit Haarnadelkurven und weitem Blick auf Skye.

Fahren im Norden

Viele Straßen im Westen und Norden sind einspurig mit Ausweichbuchten, sogenannten Passing Places. Die Regel ist einfach: Wer eine Ausweichbucht auf seiner Seite hat, hält dort an; liegt sie auf der anderen Seite, wartet man gegenüber. Auch von hinten kommende Fahrzeuge lässt man vorbei. Parken oder Fotografieren in den Ausweichbuchten ist tabu.

Tankstellen sind dünn gesät, besonders zwischen Tongue und Ullapool. Tanken Sie, wann immer es sich anbietet, und rechnen Sie für Strecken, die auf der Karte kurz aussehen, mit deutlich mehr Fahrzeit.

Fotospots im Norden

  • Duncansby Stacks im Morgenlicht, das von Osten auf die Felsnadeln fällt.
  • Kyle of Tongue bei Ebbe mit den Sandbänken und dem Ben Loyal dahinter.
  • Balnakeil Bay und die Strände bei Durness im Abendlicht.
  • Stac Pollaidh vom Ufer des Loch Lurgainn oder vom Grat aus über die Seenlandschaft.
  • Achmelvich bei Sonne für das türkisfarbene Wasser.
  • Bealach na Bà mit Blick hinab auf die Serpentinen und hinüber nach Skye.

Reisedauer

Für den Abschnitt von Wick bis Ullapool sollten Sie mindestens fünf Tage einplanen, eine Woche ist angenehmer. Wer die ganze North Coast 500 fährt und noch einen Abstecher nach Orkney macht, braucht zehn Tage oder mehr. Die Reise lässt sich gut mit den zentralen Highlands um Inverness kombinieren, wo die Route beginnt.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Was ist die North Coast 500?

Die North Coast 500 ist eine ausgeschilderte Rundroute von gut 800 Kilometern, die in Inverness beginnt und endet. Sie führt an der Ostküste nach Norden, entlang der Nordküste nach Westen und über Ullapool und Applecross zurück. Sie wurde 2015 als touristische Route eingeführt und ist seitdem sehr beliebt.

In welche Richtung fährt man die North Coast 500 am besten?

Beide Richtungen sind möglich. Viele fahren gegen den Uhrzeigersinn, also zuerst über die Ostküste nach Wick und John o' Groats, weil die Landschaft dann nach Westen hin immer spektakulärer wird. Im Uhrzeigersinn beginnt die Strecke mit den Bergen von Wester Ross und endet an der sanfteren Ostküste.

Ist die Nordküste auch mit dem Wohnmobil machbar?

Ja, aber mit Einschränkungen. Einige Abschnitte, etwa der Pass Bealach na Bà nach Applecross, sind für große Fahrzeuge ungeeignet. Auf einspurigen Straßen sollten Sie Ausweichbuchten nutzen, andere vorbeilassen und nur auf ausgewiesenen Plätzen übernachten. Stellplätze sind in der Saison gefragt.

Kopfbild: Unsplash (Unsplash-Lizenz). Weitere Angaben unter Über dieses Portal.