Mull, Iona und Staffa: Inseln der Inneren Hebriden
Bunte Häuser in Tobermory, Seeadler über den Lochs, eine Abtei aus der Frühzeit des Christentums und die Basaltsäulen der Fingal's Cave: drei Inseln ab Oban.
Vor der Küste von Oban liegen drei Inseln, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Mull ist groß, bergig und reich an Tieren, Iona klein, hell und von einer besonderen Stille, und Staffa ein unbewohnter Felsen aus Basaltsäulen mitten im Meer. Zusammen ergeben sie eine der lohnendsten Inselreisen an der Westküste. Schon auf der alten Fotoseite unter dieser Adresse gehörten Mull, Staffa und Iona zu den festen Stationen.
Oban: das Tor zu den Inseln
Oban ist eine lebhafte Hafenstadt und Knotenpunkt der Fähren zu den Inneren und Äußeren Hebriden. Über der Bucht thront der runde McCaig’s Tower, ein unvollendeter Bau aus der Zeit um 1900, von dem man über Hafen und Inseln blickt. Oban ist per Bahn von Glasgow aus erreichbar, was die Inseln auch ohne Auto zugänglich macht.
Mull
Mit dem Auto setzen die meisten mit der Fähre von Oban nach Craignure über. Schon bei der Einfahrt grüßt Duart Castle von einer Landzunge, der Stammsitz des Clans Maclean, der im Sommer besichtigt werden kann. Weitere, kleinere Fähren verbinden Mull mit Lochaline und Kilchoan auf der Halbinsel Ardnamurchan.
Der Hauptort Tobermory im Norden ist für seine bunt gestrichenen Häuser am Hafen bekannt, eines der meistfotografierten Motive der Hebriden. Westlich davon liegt Calgary Bay mit hellem Sand. Die Straßen auf Mull sind überwiegend einspurig, kalkulieren Sie entsprechend Zeit ein.
Mull gilt als einer der besten Orte Großbritanniens, um Seeadler zu sehen. Die großen Greifvögel wurden ab den 1970er Jahren in Schottland wieder angesiedelt und brüten heute auf der Insel. Auch Fischotter, Steinadler und Rothirsche leben hier. In der Saison bieten örtliche Veranstalter Tierbeobachtungstouren an. Mehr dazu auf der Seite Tierwelt Schottlands.
Iona
Von Fionnphort an der Südwestspitze Mulls ist es nur eine kurze Überfahrt nach Iona. Hier gründete der irische Mönch Columba im 6. Jahrhundert ein Kloster, von dem aus das Christentum in Schottland und Nordengland verbreitet wurde. Die heutige Iona Abbey ist in großen Teilen ein Wiederaufbau, steht aber an diesem historischen Ort und wird von einer christlichen Gemeinschaft genutzt. Daneben liegen die Ruine eines Nonnenklosters und ein alter Friedhof, auf dem der Überlieferung nach frühe schottische Könige begraben sind.
Iona selbst ist klein und lässt sich gut zu Fuß erkunden. Weiße Sandstrände mit türkisfarbenem Wasser im Norden und Westen überraschen viele Besucher. Wer kann, bleibt eine Nacht: Wenn die Tagesgäste abgereist sind, wird die Insel sehr still.
Staffa und die Fingal’s Cave
Staffa ist eine kleine, unbewohnte Insel westlich von Mull. Sie besteht aus vulkanischem Basalt, der beim Abkühlen in regelmäßigen, meist sechseckigen Säulen erstarrte. An der Südküste öffnet sich die Fingal’s Cave, eine hohe Meereshöhle, deren Wände aus diesen Säulen bestehen. Bei ruhiger See können Sie auf den Säulenstümpfen bis in die Höhle hineingehen und das Rauschen des Wassers hören. Der Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy besuchte die Insel 1829, sein Konzertstück „Die Hebriden“ ist auch als Fingals-Höhle-Ouvertüre bekannt.
Staffa erreichen Sie nur mit Bootstouren, die von Fionnphort, Iona, Ulva Ferry auf Mull und Oban aus starten. Die Boote landen bei geeignetem Seegang an einem Anleger, von dem ein Weg zur Höhle und auf die Grasfläche oben führt. Im Frühsommer brüten dort Papageitaucher, die sich von Besuchern kaum stören lassen, sofern man Abstand hält und am Rand der Kolonie ruhig sitzen bleibt.
Tagesausflug oder mehrere Tage?
Ein Tagesausflug ab Oban ist machbar und wird in der Saison als kombinierte Tour angeboten. Er ist allerdings straff. Wer Zeit hat, übernachtet besser zwei bis drei Nächte auf Mull, etwa in Tobermory oder im Süden bei Fionnphort. So bleiben Spielräume für Bootstouren bei passendem Wetter und für Tierbeobachtung am frühen Morgen.
Ohne Auto auf die Inseln
Die Inseln sind auch ohne eigenes Fahrzeug gut zu erreichen. Oban ist per Bahn von Glasgow angebunden, die Fähre nach Craignure nimmt Fußgänger ohne Reservierung mit, sofern Plätze frei sind. Auf Mull verbinden Linienbusse Craignure mit Tobermory und mit Fionnphort, von wo die Fähre nach Iona ablegt. Die Busse fahren allerdings nicht sehr häufig, abends und sonntags ist das Angebot dünn. Prüfen Sie die Fahrpläne vorab und planen Sie für den Rückweg Puffer ein.
Unterkünfte
Auf Mull gibt es Hotels, Pensionen und Ferienhäuser, die meisten in und um Tobermory, Craignure und im Süden bei Bunessan und Fionnphort. Auf Iona stehen nur wenige Unterkünfte zur Verfügung, die im Sommer früh ausgebucht sind. Wer in Oban übernachtet, hat die größte Auswahl, verliert aber für jeden Inselbesuch Zeit auf der Fähre.
Fotospots
- Tobermory vom gegenüberliegenden Ufer der Bucht, am frühen Morgen bei ruhigem Wasser.
- Duart Castle von der Fähre bei der Ankunft.
- Fingal’s Cave mit Weitwinkel vom Säulenpfad aus.
- Papageitaucher auf Staffa oder Lunga mit einem leichten Teleobjektiv.
- Iona mit den Stränden im Norden der Insel bei Sonne.
Kombination
Mull, Iona und Staffa ergänzen eine Reise durch die westlichen Highlands ideal. Von Oban erreichen Sie Glencoe und Fort William mit dem Auto in etwa ein bis eineinhalb Stunden. Wer auf der Insel Ruhe gefunden hat, kann über Lochaline oder Kilchoan weiter Richtung Norden fahren.
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Fragen und Antworten
Kann man Mull, Iona und Staffa an einem Tag besuchen?
Ja. Ab Oban werden in der Saison Tagestouren angeboten, die Fähre nach Mull, Busfahrt über die Insel, Überfahrt nach Iona und eine Bootstour zur Staffa verbinden. Der Tag ist lang und lässt wenig Zeit an den einzelnen Orten, gibt aber einen guten Überblick. Bootsfahrten nach Staffa hängen vom Seegang ab und fallen bei Sturm aus.
Wann sieht man auf Staffa Papageitaucher?
Papageitaucher kommen im Frühjahr zum Brüten an Land und verlassen die Kolonien im Spätsommer wieder. Die besten Chancen bestehen ungefähr von Mai bis Ende Juli. Neben Staffa ist die Insel Lunga in den Treshnish Isles bekannt, zu der ebenfalls Bootstouren fahren.
Darf man mit dem Auto nach Iona?
Für Besucher in der Regel nicht. Auf Iona dürfen nur Anwohner und Fahrzeuge mit Genehmigung fahren. Sie lassen das Auto auf dem Parkplatz in Fionnphort stehen und setzen als Fußgänger über. Die Insel ist klein, die Abtei liegt nur wenige Gehminuten vom Anleger entfernt.
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