
Die Highlands: Inverness, Loch Ness und Cairngorms
Von Inverness an den Ufern des Loch Ness entlang und hinauf in den größten Nationalpark Großbritanniens: Geschichte, Seen, Kiefernwälder und Berge im Herzen des Nordens.
Wenn von den Highlands die Rede ist, meinen viele das ganze bergige Schottland nördlich der Linie zwischen Glasgow und Aberdeen. Für die Reiseplanung lohnt es sich, genauer hinzusehen: Diese Seite behandelt die zentralen Highlands mit Inverness, dem Great Glen mit Loch Ness und dem Cairngorms-Nationalpark. Glencoe und Fort William, die Isle of Skye und die Nordküste haben eigene Seiten.
Inverness und Culloden
Inverness liegt dort, wo der River Ness in den Moray Firth mündet, und ist das Versorgungszentrum des Nordens. Die Stadt selbst ist eher praktisch als spektakulär, hat aber eine angenehme Uferpromenade, eine rote Sandsteinburg über dem Fluss und die kleinen Ness Islands, die über Fußgängerbrücken verbunden sind. Als Basis für Ausflüge in alle Richtungen ist sie ideal.
Wenige Kilometer östlich liegt das Schlachtfeld von Culloden. Hier unterlagen 1746 die Jakobiten unter Charles Edward Stuart den Regierungstruppen, es war die letzte offene Feldschlacht auf britischem Boden. Ein Besucherzentrum erklärt die Hintergründe, auf dem Moor markieren Steine die Gräber der Clans. Der Ort ist still und eindrücklich, gerade an einem grauen Tag.
Nordöstlich von Inverness ragt die Halbinsel Black Isle in den Firth. An ihrer Spitze, bei Chanonry Point, lassen sich vom Ufer aus mit etwas Glück Große Tümmler beobachten, die hier im Moray Firth leben. Mehr dazu auf der Seite Tierwelt Schottlands.
Loch Ness und der Great Glen
Südwestlich von Inverness beginnt der Great Glen, ein schnurgerades Tal entlang einer geologischen Verwerfung, das Schottland von Küste zu Küste durchschneidet. Seine Seen sind durch den Caledonian Canal verbunden, sodass Boote von Inverness bis Fort William fahren können.
Der größte See im Great Glen ist Loch Ness: rund 36 Kilometer lang, bis etwa 230 Meter tief und mit sehr dunklem, torfgefärbtem Wasser. Die Legende vom Ungeheuer Nessie hat den See weltberühmt gemacht, doch die eigentliche Attraktion ist die Landschaft. Am Westufer steht die Ruine von Urquhart Castle auf einer Landzunge über dem Wasser, eines der klassischen Fotomotive der Highlands. Kommen Sie früh, die Parkplätze füllen sich mit Reisebussen.
Am Südende liegt Fort Augustus, wo der Kanal mit einer Schleusentreppe in den See mündet. Wer Ruhe sucht, fährt zurück über das Ostufer: Die schmale Straße über Foyers mit seinem Wasserfall ist deutlich weniger befahren als die Hauptstraße am Westufer.
Cairngorms-Nationalpark
Südlich von Inverness erstreckt sich der Cairngorms-Nationalpark, 2003 gegründet und der größte Nationalpark Großbritanniens. Sein Kern ist ein Hochplateau mit mehreren Gipfeln über 1.200 Metern, darunter Ben Macdui, mit 1.309 Metern der zweithöchste Berg der Britischen Inseln. Hier oben herrschen fast arktische Bedingungen, Schneefelder halten sich oft bis in den Frühsommer.
Für die meisten Besucher interessanter sind die Täler: Aviemore als Ausgangsort, der Sandstrand am Loch Morlich, die Inselruine im Loch an Eilein und der Wald von Rothiemurchus mit Resten des ursprünglichen Kiefernwalds, der einst große Teile der Highlands bedeckte. Hier leben Rote Eichhörnchen, Auerhühner und Kreuzschnäbel. Eine Besonderheit ist die frei weidende Rentierherde an den Hängen des Cairn Gorm, die einzige in Großbritannien.
Am Ostrand des Parks liegt das Tal des Dee mit Royal Deeside und Balmoral, im Norden schließt das Whiskygebiet am Spey an. Wer gern Destillerien besucht, kann die Highlands gut mit einem Abstecher nach Speyside verbinden.
Auf dem Weg nach Westen: Eilean Donan
Auf der Straße von Inverness zur Isle of Skye liegt Eilean Donan Castle auf einer kleinen Insel an der Mündung dreier Meeresarme bei Dornie. Die heutige Burg ist ein Wiederaufbau aus dem frühen 20. Jahrhundert auf den Ruinen einer mittelalterlichen Festung, wirkt aber mit ihrer Steinbrücke wie aus dem Bilderbuch. Sie ist eines der meistfotografierten Gebäude Schottlands, am stimmungsvollsten bei Flut und im Abendlicht.
Fotospots in den Highlands
- Urquhart Castle vom Ufer oder vom Aussichtspunkt oberhalb des Besucherzentrums.
- Loch an Eilein mit der Burginsel im Morgennebel.
- Loch Morlich mit den Cairngorms im Hintergrund, bei Windstille mit Spiegelung.
- Eilean Donan von der Uferstraße, besonders zur blauen Stunde, wenn die Burg beleuchtet ist.
- Glen Affric westlich von Loch Ness, ein abgelegenes Tal mit Kiefern, Birken und Seen, im Herbst besonders farbig.
Wann reisen?
Die Highlands haben zu jeder Jahreszeit ihren Reiz. Im Frühsommer sind die Tage lang und die Wälder frisch, im Spätsommer blüht das Heidekraut und färbt die Hänge violett. Der Herbst bringt goldene Birken, rostrotes Farn und die Brunft der Rothirsche, für viele die schönste Zeit für Fotos. Im Winter liegt in den Cairngorms oft Schnee, am Cairn Gorm wird dann Ski gefahren. Straßen über die Pässe können bei Schnee und Eis zeitweise gesperrt sein, und viele kleinere Sehenswürdigkeiten haben im Winter geschlossen.
Reisedauer und Route
Für Inverness, Loch Ness und einen Tag in den Cairngorms sollten Sie drei bis vier Tage einplanen. Wer aus Edinburgh kommt, fährt über die A9 durch den Nationalpark nach Inverness und kann unterwegs in Pitlochry oder Aviemore haltmachen. Von Inverness aus geht es weiter zur Isle of Skye oder in den hohen Norden an die Nordküste.
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Fragen und Antworten
Lohnt sich Loch Ness überhaupt?
Ja, wenn Sie die Erwartungen anpassen. Loch Ness ist ein langer, dunkler See in einem schnurgeraden Tal, eindrucksvoll vor allem wegen seiner Größe. Am lohnendsten sind Urquhart Castle am Westufer, die Schleusen von Fort Augustus und die ruhigere Straße am Ostufer. Für Fotos ist das frühe Morgenlicht mit Nebel über dem Wasser ideal.
Wo übernachtet man am besten für die Highlands?
Inverness ist die praktischste Basis mit der größten Auswahl an Unterkünften und guten Verbindungen. Für den Cairngorms-Nationalpark eignen sich Aviemore und die Dörfer im Spey-Tal. Wer weiter zur Isle of Skye fährt, kann eine Nacht in der Gegend von Kyle of Lochalsh oder Dornie einplanen.
Kann man in den Cairngorms auch ohne Bergerfahrung wandern?
Ja. Rund um Aviemore, Loch Morlich, Loch an Eilein und im Wald von Rothiemurchus gibt es viele einfache Rundwege. Die Hochflächen über 1.000 Metern sind dagegen arktisch geprägt, das Wetter schlägt schnell um, und Navigation ist dort Pflicht. Ohne Erfahrung und Ausrüstung sollten Sie dort nicht allein unterwegs sein.
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